Elly-Schülerinnen im Bayerischen Landtag: Danke für die Rose - aber vom Kilmandscharo ?
Diplom–Geologe Dr. Holzförster : „Wir bräuchten eine zweite Erde.“
Konsumverhalten ändern oder strengere Gesetze?

Die „Elly“–Kollegiatin Katharina Sauer (rechts neben Herrn Wolfgang Kreissl-Dörfler, Mitglied des Europäischen Parlaments) vertrat im Gespräch mit den Europa- und Landespolitikern kompetent die Positionen der Weidener Arbeitsgruppe.
Natürlich freut sich jede Elly–Schülerin über eine Rose. Diese Frage des Referenten war schnell beantwortet. Aber dann gab es doch sehr schnell nachdenkliche Gesichter: Dr. Frank Holzförster, Leiter der Kontinentalen Tiefbohrstelle in Windischeschenbach, klärte über die Herkunft der Rose auf.
Im Winter kämen viele Rosen z. B. aus großen Gärtnereien nahe dem Kilimandscharo. Die dort eingesetzten Dünger und Pestizide, der Wasser–verbrauch oder der CO2-Ausstoß machen uns nicht direkt Sorge. Um der Weltbevölkerung aber den Lebensstandard der Mitteleuropäer zu ermöglichen, bräuchte man mindestens eine zweite Erde mit ähnlichen natürlichen Ressourcen.
Es war nur ein Beispiel, an dem der Geologe die Fragwürdigkeit unseres Konsumverhaltens mit seinen ökologischen Folgen aufzeigte. Dr. Frank Holzförster bereitete 30 Schülerinnen der Oberstufe auf das Europäische Jugendforum zur Energie– und Klimaschutzpolitik im Bayerischen Landtag vor. Der Wissenschaftler befasst sich vor allem mit Klimaarchivierung und wies an Sedimenten Veränderungen des Klimas im Lauf der Erdgeschichte nach. Einen Tag später begleitete er die Weidener Schülerinnen als Experte und Workshop–Leiter zum Jugendforum nach München.
Zu der Tagung im Maximilianeum hatte das Europa–Parlament rd. 120 Schülerinnen und Schüler aus vier Gymnasien und einer Fachoberschule eingeladen. Die Mädchen aus Weiden hatten sich im Vorfeld intensiv über Energieeffizienz, über die vom Menschen verursachten Faktoren des Klimawandels, die CO2–Problematik und die bisherigen Bemühungen des Europäischen Parlaments informiert.
Die Diskussion mit fünf Abgeordneten aus dem Europa–Parlament und dem bayerischen Landtag im Plenarsaal bewies dann einen beachtlichen Informationsstand. In Redebeiträgen und bei Abstimmungen zeigte sich aber auch, dass den Jugendlichen die Politik zu diesen Themen viel zu interessengeleitet und zu langsam vorangeht. „Elly“–Kollegiatin Katharina Sauer stellte als Sprecherin der Weidener Mädchen deren Positionen dem Plenum vor. Mit den Politikern diskutiert wurde über den Sinn von Biokraftstoffen, die Chancen für die Energieforschung oder Wege, den CO2-Ausstoß zu verringern. Dabei zeigte sich bei den Jugendlichen aus vier bayerischen Gymnasien und einer Fachoberschule viel guter Wille, die Entwicklung positiv zu gestalten – auch über Gesetze und Änderungen im Konsumverhalten. Die anwesenden Politiker von CSU, SPD, der FDP und den Grünen nahmen es mit unterschiedlich starker Begeisterung zumindest zur Kenntnis.

Sie hatten sich gut auf die Tagung „Prima Klima!“ vorbereitet und drängten auf mehr Aktivitäten der Politiker: Schülerinnen des Elly–Heuss–Gymnasiums mit ihrer Sozialkundelehrerin Sabine Hoffmann (links) im Bayerischen Landtag.

So einfach ist das nicht mit einer Rose im Winter! Der Geologe Dr. Frank Holzförster wies nach, dass unser Konsumverhalten die Ressourcen unserer Erde schneller aufbraucht als wir vermuten. Insbesondere zeige das Tempo des Klimawandels die Grenzen unseres Lebensraums auf.
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